Förderverein Apollinariskirche Remagen e.V.
Postfach 1108
  53424 Remagen
Die Franziskusfigur oberhalb der Apollinariskirche
Die Franziskusstatue
Sie ist ein Symbol für die Verbundenheit der Stadt Remagen mit dem Apollinarisberg und den Franziskanern, die rund 150 Jahre hier seelsorglich tätig waren. Im Jahr 1886 konnte die überlebensgroße Statue (Höhe: 3,80 m)  des heiligen Franziskus auf den Anhöhe oberhalb der Apollinariskirche eingeweiht werden. Der Kölner Künstler Joseph Albermann hatte sie gestaltet  und am Nachmittag des 8. Oktobers fanden die Feierlichkeiten statt, nachdem die Figur bereits schon im Sommer auf den Berg gebracht worden war.
Die kirchliche Einsegnung der mit Fahnen und Girlanden geschmückten Statue hielten freilich nicht die Franziskaner, sondern der Remagener Dechant Graach. Der Grund: Die Minderbrüder im Kloster Remagen durften in dieser Zeit nicht seelsorglich tätig sein. Der deutsche Kanzler Otto von Bismarck war nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 bestrebt, die  katholische Kirche dem Staatswesen vollends unterzuordnen, um die Einheit des neuen Staates zu garantieren. Es kam daher zu Spannungen zwischen Staat und katholischer Kirche, dem sogenannten Kulturkampf, der unter anderem im Jahr 1875  zur Aufhebung fast sämtlicher Klöster im Land Preußen führte – außer jenen, die in der Krankenpflege tätig waren. Von dieser Aufhebung war auch das Franziskanerkloster in Remagen betroffen. Dennoch blieben die Brüder mehr oder weniger inkognito vor Ort, sie trugen Zivilkleidung und durften in der Öffentlichkeit keine Heilige Messe feiern.
Die Bevölkerung von Remagen indessen stand voll und ganz hinter den Franziskanern, was gerade auch durch die Einweihung der Franziskusstatue deutlich wurde, zu der Unzählige in einer großen Prozession gekommen waren.
Ein Jahr nach der Einweihung, am 1. Oktober 1887, konnten die Franziskaner in der Apollinariskirche erstmals nach der Klosteraufhebung wieder eine Heilige Messe feiern. Die Franziskusstatue sollte aber auch nach dem Kulturkampf ein Zeichen der Verbundenheit Remagens mit den Seelsorgern der Apollinariskirche sein, zumal gerade durch die überlebensgroße Figur die Verbundenheit mit dem Ordensvater der Minderbrüder im Ort gestärkt wurde. Den Segensgestus des Heiligen nämlich deutete man gern so, dass Remagen unter dem besonderen Segen von Franziskus steht, ganz besonders während des Zweiten Weltkriegs, wo Remagen ein strategisch wichtiges Angriffsziel war (man denke an die für die Aliierten so wichtige Remagener Brücke) und doch weitgehend von Zerstörungen verschont blieb.
Allerdings nagte in den folgenden Jahrzehnten auch der Zahn der Zeit an der Statue. Im April 1990 trug P. Herbert Schneider OFM, damals Guardian auf dem Apollinarisberg, der „Remagener Chronik” das Anliegen vor, sich für eine Restaurierung der durch die Witterung und Luftverschmutzung arg geschädigte Figur einzusetzen. Es entstand ein befürwortender Artikel, der auch in der Tagespresse große Verbreitung fand, so dass das Anliegen vielen bekannt wurde und auch Zuspruch fand. Bereits im Herbst 1990 konnten die Renovierungsarbeiten beginnen, für die die Kölner Firma Eich, die auch die Apollinariskirche restaurierte, beauftragt wurde. Ende April 1991 war die Renovierung fertig; an kalten Tagen konnte man nicht arbeiten, weil  zur sachgerechten Verarbeitung des Materials eine Temperatur von mindestens sechs Grad notwendig war.
Konkret ging die Restaurierung folgendermaßen vonstatten: Zunächst wurde die Figur mit Steinverfestiger gehärtet, dann gründlich gereinigt.  Mit Restaurierungsmörtel wurden Schäden insbesondere der Gesichts- und Mundpartie behoben, die Risse in den Falten des Ordensgewandes mittels dem Härter und Klebemittel Expozidharz geschlossen. Abschliessend kam es zu einer Imprägnierung der Figur mit einem wasserabweisenden Mittel , so dass sie künftig vor Wasserschäden geschützt ist. So segnet seit 1991 die Figur vom Berg die Stadt am Rhein. in neuer Frische.
Raymund Fobes