Förderverein Apollinariskirche Remagen e.V.
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Letzte Ruhestätte der Grafen von Fürstenberg-Stammheim
Die Fürstengruft der Apollinariskirche
Die Treppe zur Fürstengruft
An sich hatte Franz Egon Graf von Fürstenberg, der im Jahr 1836 das Gelände der Apollinariskirche erworben hatte, geplant, auf dem Berg seine Sommerresidenz einzurichten. Der Plan, neben der Kirche ein Schloss zu bauen, scheiterte jedoch am Einspruch des Bischofs von Trier. Insofern zerschlugen sich zunächst auch Überlegungen,  den Berg als Begräbnisplatz zu nutzen. Graf Franz Egon fand nach seinem Tod im Jahr 1859 seine letzte Ruhestätte zunächst in der Nähe des Schlosses in Stammheim.
Im Jahr 1884 konnte dann allerdings doch eine Begräbnisstätte auf dem Apollinarisberg errichtet werden. In unmittelbarer Nähe der Kirche wurde eine Gruft in den Felsen gesprengt. Die sterblichen Überreste des Grafen wurden ebenso dorthin überführt wie die Gebeine seines 1858 im Alter von 14 Jahren verstorbenen Sohnes Karl Egon, zudem fanden noch vier verstorbene Kinder der Familie hier ihre letzte Ruhestätte. Am 7. November 1884 fand die feierlichen Beisetzung der Toten in der Fürstengruft statt.
Die Fürstengruft befindet sich südlich der Klostergebäude, umrahmt von drei kleinen Kapellen, die die Grablegung Jesu, ein heiliges Grab sowie den heiligen Joseph darstellen.  Die Gruft wurde ganz bewusst in dieses Konzept der drei Kapellen eingearbeitet, die sich zudem am Ende des Kreuzwegs befinden, der von Remagen zum Apollinarisberg führt.
Die Pläne für die Fürstengruft stammen von dem Kölner Architekten Eduard Custodis. Um das Jahr 1883 beauftragte Gisbert Egon Graf von Fürstenberg, Sohn von Franz Egon, den Architekten mit der Bauleitung, ein Jahr später konnte Custodis dem Bauherren drei Entwürfe für die Gruft vorstellen:
Grabmal der
Familie von Fürstenberg- Stammheim
einen rechteckigen Raum, dem sich beidseitig die Gruftkammern anschließen
einen ovalen Raum, an den sich die Gruftkammern anschließen
oder einen halbrunden Raum, an den sich die Kammern fächerförmig anschließen.
Graf Gisbert Egon entschied sich für die erste Variante. Die Gruft ist innen eher schlicht gehalten, kunstvoll ist vor allem von Architekt Custodis das Portal gestaltet. In der Gruft selbst befindet sich ein überlebensgroßes Kreuz.
Insgesamt 15 Mitglieder der Familie von Fürstenberg sind in der Fürstengruft bestattet. Zudem befindet sich auch in der Apollinariskirche selbst die Grabstätte eines Mitglieds der gräflichen Familie: Kardinal Maximilian von Fürstenberg, der 1988 mit 84 Jahren verstorben ist und seit 1949 im Dienst der Kurie im Vatikan stand. Er war unter anderem Diplomat und Präfekt der Kongregation für die orientalischen Kirchen. 
Raymund Fobes
Literatur:
Paul Georg Custodis; “Die Gruft der Grafen von Fürstenberg-Stammheim vor der Apollinariskirche”, in: “Die Apollinariskirche in Remagen”, Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege in Rheinland Pfalz, Wernersche Verlagsgesellschaft Worms 2005, S. 202–207