Förderverein Apollinariskirche Remagen e.V.
Postfach 1108
  53424 Remagen
Leekapelle (Bild: Erich Schmitz)
Es gibt einen neuen Führer zur Lee-Kapelle.
Informationen dazu finden Sie
Lesen Sie hier einen Bericht zum neu gestalteten
Mosaik am Tympanon
der Kapelle
Auf dem Weg zum Apollinarisberg“
Kapelle St. Maria in der Lee in Remagen
An der Ecke Leepfad/Fürstenbergstrasse steht die in den vergangenen Jahren restaurierte Marienkapelle. Entgegen der Ansicht einiger Autoren handelt  es sich dabei nicht um den Nachfolgebau der Remagener Hospitalkapelle St. Maria Magdalena. Diese lässt sich mit dem heute als Römisches Museum genutzten Bau der sog. Knechtedener Kapelle identifizieren. Auf diesen Zusammenhang hat als erster der Remagener Stadtarchivar Herr K. Kleemann hingewiesen.
Die Marienkapelle steht dennoch auf historischem Boden.
Die Gräberfelder des römischen Rigomagus lagen überwiegend im Süden des Kastells im Bereich der Alten Strasse. Nach dem Fall des Limes und der Verkleinerung des Siedlungsgebietes auf das neu ummauerte eigentliche  Kastell, also den Bereich um die Pfarrkirche, kam es zu einer Verlagerung der Begräbnisplätze. Die Bestattungen erfolgten nun überwiegend an dem näher beim Ort gelegenen Abhang des „Ochsenberges“, dessen Verlauf die Fürstenbergstrasse markiert.
1892 fand man beim Bau der Weinhandlung Orth, des heutigen Hauses Lukas in der Fürstenbergstrasse 23, die sog. Metereola- Inschrift. Dabei handelt es sich um die Grabinschrift der Christin Metereola, die aufgrund stilistischer Besonderheiten in der Mitte oder zweite Hälfte des fünften Jahrhunderts datiert ist.
Dieser frühe Beweis für die Existenz von Christen in Remagen ist daneben als Beleg für das Überleben gebildeter Provinzialrömer in der bereits fränkischen ehemals römischen Provinz Germania II von Bedeutung.
Der Flurname „in der Lee“ hält die Erinnerung an diesen Begräbnisplatz wach.
Die seit dem 16. Jahrhundert in mehreren Schreibweisen bezeugte Bezeichnung weist, abgeleitet vom mittelhochdeutschen „lê“ (Hügel, Abhang), auf ansteigendes Gelände, vor allem aber Grabhügel hin.
Im Urkataster von 1828 ist an der Stelle, an der heute die Kapelle steht, ein unmittelbar an der Landstrasse Köln – Koblenz gelegener Bildstock verzeichnet. Aufgrund des Massstabes der Karte kann es sich nicht um ein Gebäude handeln. Eine Kapelle hat hier 1828 also nicht bestanden. Vielleicht bezeichnet die Eintragung das bis heute erhaltene fast 2 Meter hohe Steinkreuz von 1737.
1874 stiftete der aus Remagen stammende, auf dem Broichhof in (Wachtberg-)Niederbachem lebende, Franz Josef Schäfer sein Haus am Leepfad „und die früher ebenfalls erbaute unmittelbar vor jenem Hause, direkt neben der Cöln-Coblenzer Staatsstrasse, gelegene Bet-Kapelle“ der katholischen Pfarrgemeinde Remagen, damit dort „Hilfsbedürftige und Kranke, ohne Unterschied der Konfession, Aufnahme finden“ .
Schäfer war zu diesem Zeitpunkt bereits „krank und erblindet“. Erst am 9. September 1884 erteilte das zuständige Ministerium in Berlin die Erlaubnis zur endgültigen Annahme der Stiftung. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung zwischen Stadt und Pfarrei, da mit der Gebäude- auch eine Geldstiftung eines kinderlos verstorbenen Verwandten von Schäfer verbunden war.
In den Briefwechseln klingt die Befürchtung des evangelischen Bürgermeisters Beinhauer von Remagen an, die Stiftung könne ausschliesslich zu Gunsten katholischer Kranker verwendet werden. Schäfer trat auch als Vermittler des Verkaufs des ehemaligen Fronhofs an die Franziskanerinnen von Nonnenwerth zur Errichtung des St. Anna Klosters 1864 auf.
Zu einer Nutzung als Krankenhaus ist es aber nicht gekommen, da man das Haus als zu beengt empfand. 189o diente das als „Hospitälchen“ bezeichnete Gebäude als Wohnung der Lehrerinnen. Das Remagener Krankenhaus entstand dann 1890 durch die Stiftung des Ehepaares Harling am Anger; die Betreuung der Kranken übernahmen die Franziskanerinnen.
Über die neugotische Kapelle liegen keine Bauakten vor. In einem Brief des Remagener Kirchenvorstands von 1872 heisst es, Schäfer habe sie „vor vielen Jahren auf dem Weg auf den Apollinarisberg“ gebaut. Langen und Clemen datieren den Bau „nach 1850“.
Die Frage nach der Datierung schliesst die Suche nach dem Architekten mit ein.
Stilistische Vergleiche brachten mich zu der Vermutung, den Bau mit dem Koblenzer Baumeister Nebel in Verbindung zu bringen. Als Vergleich lässt sich die von Nebel gebaute Pfarrkirche in Löhndorf heranziehen. Besonders auffällig sind die Übereinstimmungen in der Gestaltung des Umrisses wie der Wandflächen bei der 1852-56 von Nebel errichteten einschiffigen Filialkirche St. Martin in Winningen. Durch den neuen Verputz ist der stilistische Vergleich leider sehr viel schwieriger geworden. Ferdinand Jakob Nebel, geboren am 22.3.1782 in Koblenz, war seit 1823 als königlicher Bauinspektor bis zu seinem Ruhestand 1853 u.a. für den Kreis Ahrweiler zuständig. Er starb am 20.4.1860 in Koblenz.
Auch an der Errichtung in den Jahren um 1850 ist meiner Meinung nach sehr wahrscheinlich.
Bei der Kapelle handelt es sich um einen ursprünglich steinsichtig belassenen neugotischen Bruchsteinbau. Der jetzige Verputz wurde im Verlauf der Restaurierung zur Konservierung des verwitterten Steins aufgebracht. Eine Erneuerung der Steinaussenhaut war nicht finanzierbar, so dass in Abstimmung mit den Denkmalbehörden diese Lösung gewählt werden musste.
An ein quadratisches, kreuzgewölbtes Schiff schliesst ohne  Rücksprung der dreiseitig geschlossene ebenfalls gewölbte Chor an. Die äusseren Wandflächen sind jeweils durch Lisenen eingefasst und werden von einem Sitzbogenfries abgeschlossen. Der dreieckige Giebel endet in einem aus zwei Spitzbogennischen bestehenden Dachreiter, der von einem steinernen Kreuz bekrönt wird. Bei der Restaurierung wurde neben dem Schieferdach auch dessen Einfassung mit Sandsteinplatten zu Seiten des Dachreiters wiederhergestellt.
Die von einem einfachen Gewände umschlossene Eingangstür ist ebenfalls spitzbogig geschlossen. Die Fläche über dem geraden Türabschluss nimmt ein heute noch leeres Tympanon ein. Über dem Tympanon ist ein aus zwei spitzwinklig zusammengefügten Sandsteinplatten bestehendes Vordach angebracht, das im Verlauf weiterer Restaurierungen. Es könnte ursprünglich zum Schutz der am Tympanon angebrachten Verzierung, etwa eine Malerei, gedacht gewesen sein. Inzwischen hat man sich auf ein Mosaik mit Labyrinthmotiv in Arbeit, das auf Maria bezogen ist.
Das restaurierte Antependium des Altares. Dank der Arbeit des Chefrestaurators  Thomas Lutgen erstrahlt das Antependium wieder in der ursprünglichen Form wie vor 150 Jahren.
Im Inneren finden sich in den Ecken des Schiffs einfache, der Wand vorgelegte Säulen, die in skulptierten Kapitellen enden. In Höhe der Kapitelle sind die Wände durch ein bis zum Apsisbogen durchlaufendes Gesims gegliedert. Über diesem liegen in den Seitenwänden jeweils verkürzte  einfache Masswerksfenster. Dem Gewölbe sind im Schiff gratige Rippen aufgelegt. Im durch zwei Stufen  erhöhten Chorbereich ist die Wand gänzlich ohne Gliederungselemente. Hier erfolgt die Beleuchtung durch Lanzettfenster in den beiden seitlichen Feldern.
Im Inneren des Baus fand sich keine Farbfassung, die auf den Ursprungszustand zurückzuführen war. Lediglich im unteren Wandbereich konnten ansatzweise Rest einer Schablonen-Dekoration festgestellt werden, deren Wiederherstellung zu unvertretbaren Kostenbelastungen geführt hätten. Die jetzige Ausmalung, die bei der jüngsten Restaurierung entstand, lässt eine spätere Aufarbeitung zu.
Fussbodenbelag, Fenster und Eingangstür wurden bei Restaurierungen nach dem Zweiten Weltkrieg erneuert. Links vom Eingang blieb das verzierte alte Weihwasserbecken erhalten.
Zum ursprünglichen Bau gehört wohl auch der gemauerte Altar, der an seiner Vorderseite ein einfaches Medaillon mit einer Verkündigungsszene sowie zwei Figuren zeigt. Bei der linken Figur handelt es sich um die Heilige Elisabeth, der rechts dargestellte bärtige Heilige ist vielleicht der Heilige Josef. Alter und Herkunft des Antipendiums können nur vermutet werden, wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert. Es gibt Vermutungen einer älteren Herkunft. Auf dem Altar steht eine hölzerne Standfigur der Muttergottes, die wohl auch aus dem 19. Jahrhundert stammt.
Die Kapelle, die nach Schäfers Wunsch die Remagener Krankenhauskapelle geworden wäre, diente nie dem regelmässigen Gottesdienst. Sie war und ist ein Ort des privaten Gebets. Bis in die 1930er Jahre war die Kapelle einer der Stationen der an St. Peter und Paul abgehaltenen Kirmesprozession. Diese nahm ursprünglich einen anderen Weg als die Prozession zu Fronleichnam.
Die Pflege und der Erhalt der Kapelle waren und sind ein Anliegen der Nachbarschaft der sie umgebenden Strassen. Auch die