Förderverein Apollinariskirche Remagen e.V.
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  53424 Remagen
Hier die Berg- und dort die Pfarrchristen
Die Kirche auf dem Apollinarisberg und die Remagener Pfarrei St. Peter und Paul.
Prozession mit dem Heiligen Haupt
(Bild: Erich Schmitz)
Zu Beginn einer jeden Apollinariswallfahrt ist ein gewohntes Bild: Der Pfarrer von Remagen steht auf dem Apollinarisberg, er hält die Kopfreliquie in den Armen und segnet damit die Stadt unten am Rhein. Dieser alljährliche Gestus drückt vielleicht am deutlichsten aus, wie sehr  Remagen mit seiner Apollinariswallfahrt verbunden ist – man vertraut die Stadt unten dem in der Höhe verehrten Heiligen an.
Die Geschichte der Christentums in Remagen beginnt bereits sehr früh. Bereits in römischer Zeit gab es wahrscheinlich Christen  in der Stadt, die aus einem um das Jahr 3 errichteten  Lager entstanden. Innerhalb dieses Kastells existierte wahrscheinlich schon im fünften oder sechsten Jahrhundert eine Kirche. Vom heutigen Gotteshaus stammt der älteste Teil aus dem Jahr 1248, von 1900 bis 1903 wurde die Pfarrkirche im neoromanischen Stil erweitert. 
Inneres der Pfarrkirche
St. Peter und Paul
Wie sehr Pfarrei und Apollinariswallfahrt schon historisch verbunden waren, zeigt sich vor allem in der Zeit der französischen Besetzung und der Säkularisation, also der Enteignung und Verstaatlichung der Kirchengüter in der Napoleonischen Zeit.  Die alte Apollinariskirche war ja jahrhundertelang von Benediktinern betreut worden, die 1794 durch die Franzosen vertrieben worden waren. 1801 kam es durch die Säkularisation zur endgültigen Aufhebung des Klosters.
Bereits 1793 war nach dem Einmarsch der französischen Truppen die kostbare Apollinarisreliquie nach Unkel in Sicherheit gebracht worden, dann kam sie nach Siegburg und schliesslich nach Düsseldorf. Am 25. Januar 1827 wurde das Heilige Haupt dann wieder nach Remagen gebracht – in die Pfarrkirche St. Peter und Paul. Auf dem Apollinarisberg wird dieses Ereignisses am Fest „Klein Apollinaris“ gedacht. 
Die  Apollinarisreliquie blieb bis zum 23. Juli 1857 in St. Peter und Paul. An diesem Datum wurde sie in die neue Apollinariskirche überführt, die nun von den Franziskanern betreut wurde. Die Stele, auf der sich das Heilige Haupt in der Pfarrkirche befand, dient heute wieder als Tabernakel .
Pieta am Ende des Kreuzwegs
(Bild: Peter Fobes)
Neben der Apollinariswallfahrt gibt es auch heute mehrere liturgische Feiern, die die Pfarrei auf dem Berg feiert, unter anderem die Bittprozession vor Christi Himmelfahrt. Der Weg von der Pfarrkirche zum Berg führt für die Pilger an einem Kreuzweg vorbei, den der Künstler Schauer aus Oberammergau wohl in den 1960er/1970er-Jahren errichtet hat. Die beiden letzten Stationen des Kreuzwegs sind älter: eine Pieta und ein Heiliges Grab. Möglicherweise führte der klassische Pilgerweg zum Apollinarisberg auch an der Kapelle an der Lee vorbei, die sich weiter unten befindet. Diese Kapelle wurde nach dem Jahr 1850 im neugotischen Stil errichtet und entstand als Stiftung von J. Schäfer, der die Kapelle und das dahinter liegende Wohnhaus der Pfarrei Remagen zum Bau eines Krankenhauses vermacht hat. Zu dem Krankenhausbau kam es allerdings aufgrund der beengten Verhältnisse nicht. 
Die Lee-Kapelle wurde in den letzten Jahren durch eine private Initiative, unterstützt vom Land und der Pfarrei, renoviert und strahlt jetzt wieder in schönem Glanz. Neben der Betrachtung des beschaulichen Kreuzweg lohnt sich für den Pilger allemal auch eine kleine Gebetsrast vor dem kleinen Kapellchen.
Raymund Fobes